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Motion
Klimazoll, Plan B für Kopenhagen

Motion von Ursula Wyss vom 25. September 2009

Der Bundesrat wird aufgefordert, Strafzölle auf Waren aus Ländern, die keine strengen Klimaschutzgesetze befolgen, zu erlassen. Dies für den Fall, dass die Verhandlungen des Klimagipfels im Dezember d.J. in Kopenhagen scheitern und andere Industrieländer sowie die grossen Schwellenländer keine Klimaauflagen einführen.

Begründung

Die beiden Länder Deutschland und Frankreich machen sich innerhalb der EU stark für einen Mechanismus an den Grenzen der EU für den Fall, dass es keine Einigung in Kopenhagen gibt. Damit wird ein Klimazoll eingeführt auf Waren aus Ländern, die keine strengen Klimaschutzgesetze befolgen. Die Schweiz tut gut daran, sich diesem Mechanismus anzuschliessen.

Nach Berechnung des internationalen Klimaausschusses IPCC müssen die Industrieländer das Treibhausgas bis 2020 um bis zu 40 Prozent gegenüber 1990 eindämmen, wenn die Erderwärmung auf zwei Grad begrenzt werden soll. Bisherige Zusagen belaufen sich erst auf 15 Prozent. Die EU hat sich zu 20 Prozent Reduktion verpflichtet, die bei einem wirksamen Abkommen auf 30 Prozent verschärft würden. Die Schweiz will sich den Reduktionszielen der EU anschliessen.

Auch die USA treffen bereits Vorkehrungen für den Fall, dass die ausländische Konkurrenz beim Klimaschutz nicht mitmacht. Im Gesetzentwurf zur Einführung des CO2-Emissionshandels ist vorgesehen, dass ab 2018 auf Importe eine Klimaschutzabgabe erhoben werden könnte.

Nebst den Industriestaaten kommt aber zunehmend den Schwellenländern China und Indien eine zentrale Rolle in der Senkung des globalen CO2-Ausstoss zu. Diese haben bisher verbindliche Reduktionsziele abgelehnt. Sollten sie an dieser Haltung festhalten, wäre ein Scheitern der Verhandlungen für weltweit verbindliche CO2-Reduktionsziele nicht auszuschliessen.

Um einerseits die Schwellenländer in ihre Verantwortung zu nehmen und andererseits die einheimische Industrie nicht zu benachteiligen, erscheint es sinnvoll, dass sich die Schweiz auch hier den EU-Massnahmen anschliesst.

Das Konzept eines Klimazolls trägt zudem der Problematik der grauen Energie Rechnung.

 

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