CO2-Reduktion in der Schweiz
Motion von Ursula Wyss vom 13. Juni 2008
Der Bundesrat wird aufgefordert, seine Klimapolitik nach Kyoto
(ab 2012) so zu gestalten, dass ein Grossteil der Klimaemissionen in
der CH reduziert werden sollte.
Zudem setzt sich der Bundesrat auf internationaler Ebene dafür ein,
dass das Post-Kyoto-Protokoll so ausgestaltet wird, dass die
Industriestaaten grossmehrheitlich die CO2-Emissionen im Inland
reduzieren.
Begründung
1. Dem Klima ist vor allem geholfen, wenn die Emissionen effektiv
reduziert werden. Beim Einkauf von Zertifikaten im Ausland kann
nicht immer gewährleistet werden, dass diese tatsächlich eine
Reduktion von Klimaemissionen darstellen. Der Cleaner Development
Mechanism sollte eigentlich sicherstellen, dass nur Projekte ein
Zertifikat für Emissionsreduktionen erhalten, die eine gegenüber dem
courant normal zusätzliche Emissionsreduktion sicherstellen. D.h.
ein Projekt, das sowieso, auch ohne CDM und ohne ausländische
Unterstützung, realisiert worden wäre, sollte keine Zertifikate
abwerfen. Neue Untersuchungen zeigen aber, dass wohl die meisten
Projekte bei genauerer Untersuchung dieses Kriterium der
"Additionalität" nicht erfüllen würden. Dieses Problem ist nicht neu
und der neuste „Guardian Weekly“ (May 30 - June 5) hat seine
Leadstory dem Titel: "Billions wasted on UN climate programme"
gewidmet. Gemäss neueren Studien dürften bis zu 3/4 aller
registrierten CDM Projekte eigentlich das Additionalitäts-Kriterium
nicht erfüllen.
2. Glaubwürdigkeit: es ist wenig glaubwürdig, wenn die Schweiz
von anderen Reduktionen von Klimaemissionen verlangt, selber aber
ihre Emissionen nicht reduziert.
3. Der Einkauf von Klimazertifikaten im Ausland ist langfristig
teurer und weniger innovativ als im Inland in Reduktionsmassnahmen
zu investieren: Wenn die Schweiz in Reduktionsmassnahmen im Ausland
investiert, dann wird sie eigentlich zur Käuferin von Anstrengungen
in anderen Ländern. Wenn sie hingegen selber intern reduziert, würde
sie langfristig zu einer Exporteurin und Verkäuferin von Technologie
zur Emissionsreduktion.
4. Reduziert die Schweiz ihre CO2-Emissionen selbst, so kann sie
nicht nur das CO2 reduzieren, sondern auch Sekundärstoffe wie
Feinstaub reduzieren. Zudem fördert sie die technologische
Entwicklung und profitiert so von den Anstrengungen der
Emissionsreduktion. Im Gegensatz dazu verursacht der Einkauf von
internationalen Zertifikaten nur Kosten. |