Unabhängigkeit der parlamentarischen Oberaufsicht gefährdet?
Parlamentarische Anfrage von Ursula Wyss vom 21. Juni 2007
In der Presse (Facts) wurde von geschäftlichen Verflechtungen
zwischen einem Bundesamt und einem Mitglied der Finanzdelegation
berichtet, die Fragen rundum die Unabhängigkeit der
parlamentarischen Oberaufsicht aufwerfen. In diesem Zusammenhang
stelle ich dem Büro des Nationalrates die folgenden Fragen:
1. Erachtet es das Büro nicht auch für problematisch, wenn
Mitglieder der parlamentarischen Aufsichtsorgane
(Finanzkommissionen, Geschäftsprüfungskommissionen,
Finanzdelegation, Geschäftsprüfungskommission) Aufträge von
Verwaltungsabteilungen erhalten, die sie zu überprüfen haben?
2. Erachtet das Büro durch solche Interessenverflechtungen die
Glaubwürdigkeit der parlamentarischen Oberaufsicht in Frage
gestellt?
3. Sind dem Büro weitere derartige Interessenverflechtungen
bekannt?
4. Erachtet es das Büro nicht auch für geboten, für die Tätigkeit
der Ratsmitglieder in den parlamentarischen Aufsichtsgremien
besondere Ausstands- und Transparenzvorschriften zu schaffen?
5. Erachtet es das Büro aufgrund der von der Presse
aufgegriffenen Vorfälle nicht für prüfenswert, die Schaffung von
Rechtsgrundlagen zu schaffen, wonach sämtliche
Verwaltungsabteilungen des Bundes die Erteilung von Aufträgen an die
Mitglieder parlamentarischer Aufsichtsgremien oder an Firmen, in
deren leitenden Organen diese Einsitz haben, den Ratsbüros zu melden
haben, welche hierüber eine öffentlich oder zumindest für die
Ratsmitglieder zugängliche Liste führen?
6. Sieht das Büro andere Möglichkeiten, um künftig
Interessenverflechtungen im Bereich der parlamentarischen
Oberaufsicht auszuschliessen und damit die Unabhängigkeit und
Glaubwürdigkeit dieser wichtigen Tätigkeit des Parlaments zu
stärken?
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