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Massnahmen für niederschwellige Lehrstellen

Interpellation von Ursula Wyss vom 10. Dezember 2004

Text des Vorstosses: Beim Lehrstellenbeschluss LSB 2 war die Vorgabe des Parlamentes, 40 Mio. der 100 Mio. Fr. für niederschwellige Angebote (Brückenangebote; Attestausbildungen und niederschwellige Berufe; Präventions- und Interventionsangebote) zu verwenden. Nach Abschluss der Projekte sind nur 24 Mio. Fr in diesen Bereich geflossen, dafür deutlich mehr als geplant in die anderen, insbesondere in den ICT-Bereich. Dies weisst die Vertiefungsstudie zum Lehrstellenbeschluss 2: Niederschwellige Angebote, 2004 aus.
Zudem bringen die schrittweise Einführung der neuen Bildungsverordnungen und die neue zweijährige Grundbildung mit Attest, die die bisherige Anlehre ablösen soll, neben der Qualitätssteigerung eine grosse Verunsicherung bei den Lehrbetrieben in der Umstellungsphase. Dies führt dazu, dass in gewissen Branchen (aktuell z.B. Verkauf) viele Lehrbetriebe (vorübergehend) auf das Anbieten von Lehrstellen verzichten. Bei der zweijährigen Grundbildung mit Attest führen die gegenüber der Anlehre ambitionierteren Bildungsziele dazu, dass schwächere Jugendliche keinen Lehrbetrieb mehr finden können, da die Lehrbetriebe fürchten, den Betreuungsaufwand nicht aufbringen zu können, um den Lernenden oder die Lernende durch die Abschlussprüfung bringen zu können. Dieser Effekt könnte ohne Gegenmassnahmen dauerhaft wirken. Daraus resultiert mittelfristig eine Steigerung von Jugendlichen ohne Ausbildung.

Die aktuelle kritische Situation im Bereich Jugendarbeitslosigkeit resp. –ausbildungslosigkeit wird dadurch erschwert, dass sich die Zuständigkeiten und Aktivitäten von BBT (z.B. Brückenangebote, Lehrstellenförderung usw.) und seco (z.B. Motivationssemester für SchulabgängerInnen, Berufspraktikum für LehrabgängerInnen usw.) überschneiden. Eine systematische Zusammenarbeit in diesem Bereich findet bis heute nicht statt.

Es stellen sich daher folgende Fragen:

  • Welche Massnahmen hat das BBT geplant, um den nur teilweise berücksichtigten Willen des Parlamentes, niederschwellige Angebote speziell zu fördern, mit anderen Mitteln zu erreichen?
  • Welche Massnahmen hat das BBT geplant, um die in der Vertiefungsstudie zum Lehrstellenbeschluss 2: Niederschwellige Angebote (2004) formulierten Schlussfolgerungen und Empfehlungen umzusetzen?
  • Was unternimmt das BBT, um diese negativen, nicht beabsichtigten Folgen des neuen Berufsbildungsgesetztes im Bereich der Attest-Ausbildung zu verkleinern?
  • Wie gedenken seco und BBT, ihre Massnahmen in Zukunft zwecks Effizienzsteigerung durch eine gemeinsame Strategie aufeinander abzustimmen um so gemeinsam Know-how, Erfahrungen und Synergieeffekte nutzen zu können?
 

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