Mehrwertdienste nur unter 090x
Motion, eingereicht von Wyss Ursula am 5. Mai 2004
Eingereichter Text: Der Bundesrat wird beauftragt,
die rechtlichen Bestimmungen zu schaffen, dass Mehrwertdienste klar
als solche erkannt werden müssen und sich ausnahmslos an die
bekannten Nummern 090x halten.
Begründung: Neuerdings werden Telefonkiosk-Angebote
mit erotischem Inhalt auch über 01-Nummern angeboten. Bisher
war das nur über 0906er-Nummern der Fall.
Damit werden die Konsumentinnen und Konsumenten getäuscht,
was sich bitter rächen kann. Die ersten 5 Minuten schlagen
z.B. bei der Infofon AG mit Fr. 39.90 zu Buche, jede weitere Minute
kostet Fr. 4.90. Abgerechnet wird nicht über die Telefonrechnung,
sondern über die Firma Telebilling AG in Rotkreuz LU.
Die derzeitige Rechtslage kann den Missbrauch von 01-Nummern nicht
verhindern. So ist weder im Fernmeldegesetz und den dazugehörigen
Verordnungen noch in den technischen und administrativen Vorschriften
eine Bestimmung enthalten, welche diesem Vorgehen entgegenstehen
würden.
Nebst der Täuschung ergeben sich weitere Probleme:
- Mit den 01-Nummern werden nämlich die Sperrsets der Fernmeldedienstanbieter
ausgehebelt.
- Swisscom Fixnet bietet etwa zum Schutz vor unerwünschten
Verbindungen auf die Mehrwertdienstnummern 0900, 0901 und 0906
zahlreiche, individuelle Sperrsets an. Damit konnte bisher verhindert
werden, dass Erotiknummern angewählt werden können.
- Das Bakom kann auf seiner Internet-Seite (www.e-ofcom.ch) nur
die Betreiber der 0906er-Nummern publizieren. Und es kann bei
Missbrauch auch nur diesen die Nummer entziehen. Bei den 01er-Nummern
ist das nicht möglich.
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