Die Initiative für ein gesundes Klima
Votum von Ursula Wyss, 17. März 2010
„Kopenhagen ist gescheitert.“ So lauteten die journalistischen
Schlagzeilen letzten Dezember. Wozu also noch eine aktive nationale
Klimapolitik? Erstens brauchen wir eine nationale Klimapolitik, weil wir ein
ökologisches Interesse haben.
- Als Alpenstaat sind wir besonders von der Klimaerwärmung
betroffen. Unsere Gletscher schmelzen als erste. Die
Schneefallgrenze steigt, der Permafrost taut auf und unser
Wasserhaushalt gerät aus den Fugen.
- Als kleines Land können wir das Weltklima nicht beeinflussen.
Darum sind wir auf die grossen Emittenten angewiesen. Um Massnahmen
von anderen einzufordern, müssen wir aber selber glaubwürdig sein.
Zweitens brauchen wir eine aktive nationale Klimapolitik, weil wir
ein wirtschaftliches Interesse haben. Die Endlichkeit der Ressourcen belohnt diejenigen, die in diesem
Bereich rasch handeln. Heute fliessen über 13 Milliarden Franken
jährlich in die erdölexportierenden Länder. Je höher die Ölpreise
steigen, desto mehr Geld und somit Kaufkraft fliesst aus der Schweiz
ab. Kaufkraft, die hier in die Wirtschaft fliessen könnte. Geld, das
hier Arbeitsplätze schaffen könnte.
Die Frage, die sich heute stellt, ist nicht, ob es die
Solartechnologie in Zukunft geben wird oder nicht. Sondern: Wo
werden die Solarpandels gebaut? Wo siedeln sich die High-Tech-Firmen
der energetischen Erneuerung an? Ziehen diese nach Deutschland,
Spanien, Österreich oder kann die Schweiz sie ansiedeln und die
Arbeitsplätze hier schaffen? Die SP unterstützt die Klima-Initiative. Wir wollen die
CO2-Emissionen im Inland um 30 Prozent senken. Wir setzen uns in der
UREK Kommission aber gleichzeitig für einen Gegenvorschlag ein, der
das Ziel der 30-Prozent-Redution so weit wie möglich erfüllen kann.
Die SP lanciert nächste Woche aber auch ihre eigene Volksinitiative,
welche die Verdreifachung des Anteils erneuerbarer Energien
innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte, bis 2030, verlangt. Und
damit der Schaffung Zehntausender gut qualifizierter Schweizer
Arbeitsplätze mit Zukunft. Denn eine Verdreifachung der
erneuerbaren Energien bedeutet: mehr Effizienz bei den Geräten,
treibstoffarme Fahrzeuge, energieproduzierende Gebäude. Eine
Verdreifachung des Anteils erneuerbarer Energien heisst
Investitionen in Innovation und technischen Fortschritt. Es sind die
Ingenieur- und Technologiebranchen, welche den Werkplatz Schweiz
auch in Zukunft krisenfest halten.
Darum unterstützt die SP heute die Klima-Initiative als ersten
Schritt, den nächsten wird die SP nächste Woche lancieren.
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