Gegen die Abzockerei
Votum von Ursula Wyss, März 2010
Die Frage steht im Raum: Wer hat Angst vor der
Abzocker-Initiative? Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten
jedenfalls wollen die Abzocker-Initiative vors Volk bringen.
Wir haben eine Finanz- und Wirtschaftskrise, welche die Löhne
weiter auseinander treibt. Diejenigen unten kämpfen bei jeder
Lohnrunde um jeden einzelnen Franken mehr Lohn, während diejenigen
ganz oben automatisch immer noch mehr erhalten: Bei Herrn Vasella
von Novartis waren es 2009 42 Millionen, bei Herrn Humer,
VR-Präsident von Roche, 16,5 Millionen, Herrn Schwan, CEO von Roche,
12,1 Millionen und auch Herr Brabeck von Nestlé bringt es auf 7,5
Millionen.
Diese exorbitanten Managergehälter sollen die Aktionäre in
Zukunft auf ein Mass reduzieren können, das angemessen ist für
Leistung und Erfolg. Die SP will aber nicht nur die
Aktionärsdemokratie verbessern, sondern wir wollen, dass auch das
Volk mitbestimmen kann. Unser Vertrauen in die Bevölkerung ist in
diesem Thema eindeutig grösser als in die Phalanx von SVP, FDP und
economiesuisse. Ausgerechnet diejenigen, welche die Abzockerei
eingeführt haben, ausgerechnet diejenigen, welche in den letzten
Jahren Millionengehälter abgesahnt haben. Ausgerechnet diese wollen
uns jetzt sagen, wie wir am besten die Abzockerei bekämpfen und uns
auf die Aktiengesetz-Revision vertrösten.
Nein, meine Damen und Herren der SVP und der FDP, da wissen wir
selber besser Bescheid und vertrauen lieber einem Volksentscheid.
Dass die Leute für diese selbstbedienerische Abzockerei kein
Verständnis haben, zeigt sich durch die grosse Sympathie zur
Volksinitiative gegen die Abzockerei von Herrn Minder. Warum Herr
Minder in dieser Situation seine Initiative zurückziehen will, das
bleibt uns bis heute unverständlich.
Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten nehmen zur Kenntnis,
dass die SVP diese Volksabstimmung um jeden Preis verhindern will.
Wir hingegen haben die Abzocker-Initiative von Anfang an unterstützt
und wir freuen uns, gemeinsam mit Herrn Minder für die Annahme der
Initiative zu kämpfen.
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